Redaktion Kluge Hörgeräte · Stand: 6. Oktober 2026
Ein Hörtest ist ein guter Anlass, Fragen zum eigenen Hören in Ruhe zu besprechen. Vielleicht bitten Sie in Gesprächen häufiger um Wiederholung. Vielleicht möchten Sie einfach wissen, wie Sie Sprache und Töne wahrnehmen. Vor dem ersten Besuch ist oft unklar, welche Messungen dazugehören und ob man sich vorbereiten muss.
Für den Hörtest müssen Sie nichts einüben und keine Fachbegriffe kennen. Bei einem Termin geht es darum, Ihr Hören nachvollziehbar zu erfassen und die Ergebnisse mit Ihren Beobachtungen zu verbinden. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Ihrem Anliegen. Hier erfahren Sie, wie Sie sich auf einen Hörtest beim Hörakustiker einstellen können.
Mit Ihren Fragen beginnt der Termin
Am Anfang steht ein Gespräch. Erzählen Sie, was Sie zu dem Besuch bewegt und seit wann Ihnen Veränderungen auffallen. Hilfreich sind konkrete Situationen: Verstehen Sie eine einzelne Person gut, haben aber Schwierigkeiten in einer Gruppe? Stellen Sie den Fernseher anders ein als früher? Ist ein Ohr auffälliger als das andere?
Diese Angaben helfen, die Messungen einzuordnen. Wenn Sie bereits Hörgeräte nutzen, berichten Sie auch über deren Einstellung und Handhabung. Ein vermeintliches Hörproblem kann im Alltag zunächst wie eine technische Schwierigkeit aussehen. Deshalb ist es nützlich, Geräte und vorhandene Unterlagen mitzubringen, statt einzelne Vermutungen vorab auszuschließen.
Bei Kluge gehört der Blick auf Ihre alltäglichen Hörsituationen zur Beratung. In der Aktivitätsanalyse sprechen wir darüber, wo Sie Unterstützung wünschen. Sie entscheiden mit, welche Fragen zuerst geklärt werden sollen. Eine Begleitperson kann Beobachtungen aus gemeinsamen Gesprächen ergänzen. Was Sie selbst hören und erleben, schildern Sie am besten mit Ihren eigenen Worten.
Töne hören und Rückmeldung geben
Bei einer Tonmessung werden unterschiedliche Tonhöhen in verschiedenen Lautstärken angeboten. Sie geben nach der Erklärung ein vereinbartes Signal, sobald Sie einen Ton wahrnehmen. Es geht nicht darum, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Ehrliche Rückmeldungen helfen, die Wahrnehmung richtig einzuschätzen.
Fragen Sie nach, wenn die Aufgabe unklar ist oder Sie einen Ton nicht sicher von einem Umgebungsgeräusch unterscheiden können. Unsicherheit ist kein Fehler. Lassen Sie sich erklären, wie Sie reagieren sollen und ob eine Wiederholung sinnvoll ist. Auch eine Pause kann angesprochen werden, wenn die Konzentration nachlässt.
Beide Ohren können unterschiedliche Ergebnisse zeigen. Deshalb werden die Seiten getrennt betrachtet. Die Messung des Hörvermögens heißt Audiometrie; dazu gehören verschiedene Verfahren für unterschiedliche Fragen. Eine Tonmessung und eine Sprachmessung liefern beispielsweise unterschiedliche Informationen. Erst in der Besprechung wird verständlich, was diese Ergebnisse für Ihre beschriebenen Hörsituationen bedeuten.
Sprache verstehen ist eine eigene Aufgabe
Töne wahrzunehmen und gesprochene Wörter zu verstehen sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Eine Sprachmessung untersucht das Verstehen unter festgelegten Bedingungen. Dabei hören Sie zum Beispiel Sprachmaterial und geben wieder, was Sie verstanden haben. Die genaue Aufgabe wird vor der Messung erklärt.
Geben Sie wieder, was Sie verstanden haben, und sagen Sie, wenn Sie unsicher sind. Lassen Sie sich vorab erklären, wie Sie bei unvollständig verstandenen Wörtern reagieren sollen. Es geht weder um eine Prüfung, die Sie bestehen müssen, noch darum, andere Ergebnisse zu erreichen. Die Rückmeldung soll Ihr tatsächliches Verstehen unter den jeweiligen Messbedingungen abbilden.
Für die Besprechung ist anschließend interessant, wie sich Messwerte und Alltagserleben zueinander verhalten. Eine ruhige Messsituation bildet ein lebhaftes Familienfest nicht vollständig ab. Genau deshalb ersetzen Ihre Beobachtungen die Messung nicht, und die Messung ersetzt Ihre Beobachtungen nicht. Beides liefert unterschiedliche Hinweise für das weitere Gespräch.
Das Audiogramm gemeinsam lesen
Ein Audiogramm stellt Ergebnisse einer Hörmessung grafisch dar. Lassen Sie sich zeigen, welche Angaben zu welchem Ohr gehören und was Tonhöhe und Lautstärke in der Darstellung bedeuten. Sie müssen die Grafik nicht auswendig lernen. Wichtiger ist, die Erklärung mit Ihren Fragen verbinden zu können.
Fragen Sie beispielsweise: „Wie passt das zu meinen Schwierigkeiten mit leisen Stimmen?“ oder „Was lässt sich aus diesen Werten noch nicht ableiten?“ Solche Fragen helfen, die Aussagekraft der Messung realistisch zu verstehen. Aus einem Diagramm allein sollten Sie weder selbst eine Diagnose stellen noch ein bestimmtes Hörgerät auswählen.
Die Untersuchung beim Hörakustiker ersetzt keine ärztliche Abklärung von Beschwerden oder möglichen Erkrankungen. Wenn Sie plötzlich deutlich schlechter hören, insbesondere einseitig, warten Sie nicht auf einen routinemäßigen Beratungstermin. Lassen Sie die Veränderung zeitnah ärztlich beurteilen. Bei starken begleitenden Beschwerden, etwa ausgeprägtem Schwindel, ist besonders rasche medizinische Hilfe wichtig.
So bereiten Sie Ihren Besuch vor
Planen Sie den Termin möglichst so, dass anschließend kein unmittelbar drängender Anschluss ansteht. Wie viel Zeit benötigt wird, erfragen Sie bei der Buchung: Ein kurzer Kontrollanlass und eine ausführliche erste Beratung sind nicht automatisch gleich lang. Besondere Anforderungen können Sie schon bei der Kontaktaufnahme nennen.
- Schreiben Sie zwei oder drei typische Hörsituationen auf.
- Bringen Sie vorhandene Hörgeräte samt wichtigem Zubehör mit.
- Nehmen Sie frühere Hörunterlagen mit, soweit sie vorhanden sind.
- Notieren Sie Fragen zu Bedienung, Telefon oder Gesprächen.
- Klären Sie bei der Buchung, ob weitere Unterlagen gebraucht werden.
- Sagen Sie Bescheid, wenn Sie Unterstützung beim Gespräch benötigen.
Ein Beispiel für eine hilfreiche Notiz lautet: „Beim Telefonieren verstehe ich meine Tochter links besser als rechts“. Sie müssen dafür keine Ursache benennen. Solche Beschreibungen sind gerade deshalb wertvoll, weil sie zeigen, was Sie tatsächlich wahrnehmen, ohne bereits eine Erklärung vorwegzunehmen.
Häufige Fragen zum Hörtest
Brauche ich eine Überweisung?
Für eine erste Beratung zum Hören können Sie direkt bei uns einen Termin anfragen. Eine ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Verordnung für die Hörgeräteversorgung sind weitere Schritte. Nennen Sie bei der Buchung Ihr Anliegen; wir erklären Ihnen, welche Unterlagen für Ihren Besuch sinnvoll sind und wann ärztliche Abklärung dazugehört.
Kann ein Online-Hörtest den Besuch ersetzen?
Ein Online-Test kann einen Anlass liefern, das eigene Hören genauer prüfen zu lassen. Das Ergebnis hängt jedoch unter anderem von Wiedergabegerät, Kopfhörer und Umgebung ab. Eine fachliche Messung und die persönliche Besprechung Ihrer Beschwerden oder Alltagssituationen werden dadurch nicht ersetzt.
Bekomme ich nach dem Test automatisch ein Hörgerät?
Nein. Zunächst werden die Ergebnisse und Ihre Fragen besprochen. Welche nächsten Schritte passen, hängt vom Befund und Ihrem Anliegen ab. Wenn eine Hörgeräteberatung infrage kommt, können Sie die Möglichkeiten kennenlernen. Unser Ratgeber zur Auswahl zeigt, welche Alltagsthemen dabei wichtig werden.
Ihren Hörtest persönlich besprechen
In unseren Fachgeschäften in Voerde-Spellen und Wesel-Obrighoven nehmen wir Ihre Beobachtungen als Ausgangspunkt. Buchen Sie einen Termin und nennen Sie kurz Ihr Anliegen. So können wir gemeinsam klären, was Sie beim Besuch erwartet.
Fachliche Grundlagen
- Bundesgesundheitsportal – Audiometrie
- IQWiG – Hörsturz